Kinderimpfprogramm

In Österreich gibt das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz gemeinsam mit Expertinnen und Experten des Nationalen Impfgremiums Impfempfehlungen heraus, nach denen geimpft werden soll, um möglichst viele Menschen vor gefährlichen Infektionskrankheiten zu schützen.1 Der jeweils aktualisierte Impfplan soll einen Überblick über die zur Verfügung stehenden Impfungen geben.2

Zum Wohl der Kinder

Das kostenfreie Impfprogramm wurde vor fast 20 Jahren von der damaligen Bundesministerin Lore Hostasch mit dem Ziel ins Leben gerufen, allen in Österreich lebenden Kindern bis zum 15. Lebensjahr Zugang zu den für die öffentliche Gesundheit wichtigen Impfungen zu ermöglichen, ohne dass dafür den Erziehungsberechtigten Kosten erwachsen, denn entsprechend der UN-Konvention vom 20.11.1989 haben Kinder das Recht auf beste Gesundheitsversorgung.2 Im Impfprogramm sind die meisten Krankheiten im Kindes- und Jugendalter, die durch Impfungen verhindert werden können, abgedeckt. Dadurch kann die für den wichtigen „Herdenschutz“ notwendige Impfbeteiligung in der Bevölkerung erreicht werden.1

Priorität bei der Auswahl der kostenfreien Impfungen haben nach dem letzten Stand des Wissens einerseits sehr häufig vorkommende Erkrankungen, andererseits seltene, sehr schwer verlaufende Krankheiten. Eine weitere Vorgabe war, die Kinder mit möglichst wenigen Stichen gegen möglichst viele Krankheiten zu schützen.2

Impfpass

Kostenfrei plus persönlichen Schutz

Für das kostenfreie Impfprogramm und seine Umsetzung steht den Kostenträgern (Gesundheitsministerium/Bundesländer/Sozialversicherungsträger) jeweils nur ein definiertes Budget zur Verfügung. Obwohl dieses Budget kontinuierlich gesteigert werden konnte und die Beschaffungsprozesse optimiert wurden, reichen die Mittel nicht aus, um alle verfügbaren und wichtigen Impfungen durch die öffentliche Hand bereitzustellen. Daher erfolgen Ausweitungen und Adaptierungen des Impfplans nur nach genauer Evaluierung der Kosten/Nutzen Relation auf Basis wissenschaftlicher Empfehlungen. Alle weiteren empfohlenen, jedoch nicht kostenfrei zur Verfügung stehenden Impfungen können, je nach persönlichem Risiko, für den Schutz des Einzelnen sehr wichtig sein, besonders dann, wenn kein kollektiver Impfschutz vorhanden oder erreichbar ist.1

Eigene Kriterien für Impfungen gibt es für Schwangere und stillende Mütter, Frühgeborene, Personal des Gesundheitswesens und für einzelne Berufsgruppen.

 

Gegen folgende bedeutende Krankheiten können Kinder und Jugendliche im Rahmen des kostenlosen Impfprogrammes geimpft werden:2

  • Diphterie

  • Wundstarrkrampf (Tetanus)

  • Keuchhusten (Pertussis)

  • Kinderlähmung (Polio)

  • Masern, Mumps, Röteln (MMR)

  • Haemophilus influenzae Typ B

  • Pneumokokken

  • Rotavirus

  • Hepatitis B

  • Influenza (echte Grippe)

  • Humane Papillomviren (HPV)

Frühsommermeningoenzephalitis (FSME/Zecken), Varizellen (Windpocken/Feuchtblattern), Meningokokken und Hepatitis A sind nicht kostenlos, werden jedoch empfohlen.

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Impfen ist nicht nur Selbstverantwortung, sondern auch soziale Verantwortung. Menschen, die aus gesundheitlichen oder Altersgründen nicht geimpft werden können, werden durch den Impfschutz anderer geschützt. Außerdem können Krankheiten mittels hoher Durchimpfungsraten ausgerottet werden.