Grippeimpfstoff

Die „echte“ Grippe, die Influenza, kostet jährlich rund 1.000 Menschen in Österreich das Leben. Die jährliche Schutzimpfung gegen die saisonale Grippe ist daher wichtig – ganz besonders für Risikogruppen wie Schwangere, Menschen mit chronischen Erkrankungen, ältere Menschen, Kinder und all jene, die im Gesundheits- und Pflegebereich und in intensivem Kontakt zu Menschen arbeiten.1

Der Influenza-Impfstoff muss jedes Jahr neu zusammengestellt und frisch produziert werden, weil sich die Viren stetig verändern und jedes Jahr andere Virusstämme zirkulieren. Mit der Zeit nimmt außerdem die Immunität ab, daher muss der Schutz aufgefrischt werden. Die jährlich angepasste Kombination verschiedener Bestandteile der Impfung ist die einzige Möglichkeit, auf die aktuell zirkulierenden Viren optimal zu reagieren.2

Zeitgerechte Vorbestellung

Aufgrund der langen Vorlaufzeit für die Produktion von Influenza-Impfstoffen müssen die Impfstoffe für die jeweilige Influenza-Saison üblicherweise bereits im Sommer des Vorjahres bestellt werden. In der Regel beziehen sich die Herstellerfirmen dabei in ihren Planungen auf die in den Vorjahren benötigten Impfstoffmengen. Da das Interesse an der Influenzaimpfung und damit die Durchimpfungsrate gegen Influenza in Österreich in den letzten Jahren unter 10 % lag, wurden seitens der Herstellerfirmen ursprünglich auch nur entsprechend wenige Impfstoffdosen für Österreich vorgesehen.1

Aufgrund der COVID-19-Pandemie herrscht eine weltweit hohe Nachfrage nach Influenza-Impfstoffen, sodass auch eine kurzfristige Erweiterung der Kapazitäten begrenzt möglich war. Seitens des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz konnte vor dem Hintergrund der pandemischen Situation und der möglichen zeitgleichen Zirkulation von Influenzaviren und SARS CoV-2 dennoch eine Aufnahme der Influenza-Impfung in das kostenfreie Kinderimpfprogramm für die Saison 2020/21 ermöglicht werden, zudem wurde eine begrenzte Menge an Impfstoffen für Personen ab 65 Jahre in Alten- und Pflegeheimen beschafft. Es handelt sich dabei um zusätzliche Impfstoff-Kontingente, die nicht für Österreich vorgesehen waren. Schließlich konnten für Österreich insgesamt mindestens 1,86 Mio. Influenzaimpfstoffe organisiert werden, was einer Steigerung um deutlich mehr als das Doppelte im Vergleich zur Vorsaison 2019/2020 bedeutet.1

Ob die Menge ausreicht, um den 2020 Corona-bedingt außergewöhnlichen Andrang zu bewältigen, bleibt abzuwarten – diese Frage kann heute niemand beantworten. Angehörige von Risikogruppen sind gut beraten, ihr Interesse beim Hausarzt oder in der Apotheke anzumelden. Nachlieferungen wird es jedenfalls geben, könnten aber bis November, Dezember, eventuell sogar Jänner auf sich warten lassen. Die beste Zeit für Impfungen ist Ende Oktober bis Mitte November, doch auch danach, selbst wenn bereits Fälle auftreten, sind Impfungen noch möglich.1

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